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Methodik und Kategorien

Wie Keine Randnotiz menschenfeindliche Vorfälle erfasst, einordnet und auswertet

Keine Randnotiz dokumentiert rechte, rassistische, antisemitische und weitere menschenfeindliche Vorfälle in Bremen und Bremerhaven. Die Erfahrungen und Perspektiven der Betroffenen stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Damit unsere Dokumentation und die daraus entstehenden Auswertungen nachvollziehbar sind, arbeiten wir auf Grundlage eines fachlich entwickelten Methodik- und Kategoriensystems. Es legt fest, welche Vorfälle wir erfassen, wie wir unterschiedliche Quellen berücksichtigen, welche Kategorien wir verwenden und wie unsere statistischen Ergebnisse zustande kommen.

Mit der öffentlichen Methodikfassung 2026 machen wir diese Grundlagen für Betroffene, Interessierte, Fachstellen, Medien, Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich.

Methodik und Kategoriensystem

Wie Keine Randnotiz menschenfeindliche Vorfälle dokumentiert

Öffentliche Methodik · Ausgabe 2026 · 18 Seiten

Die Veröffentlichung erläutert den Erfassungsauftrag, die fachlichen Definitionen und Kategorien sowie die Grundsätze der Dokumentation und Auswertung. Sie beschreibt außerdem den Umgang mit Betroffenenperspektiven, Quellen, Unsicherheiten, Datenschutz und Veröffentlichungsschutz.

Methodik und Kategoriensystem – PDF herunterladen

[PDF-Link folgt in Kürze]

Keine Randnotiz erfasst konkrete Handlungen, Äußerungen, Entscheidungen und Praktiken mit fachlich begründeter menschenfeindlicher, diskriminierender oder extrem rechter Zielrichtung.

Dazu zählen körperliche Angriffe und Bedrohungen ebenso wie Diskriminierung, Herabwürdigungen, Sachbeschädigungen und Propaganda.

Die Erfassung setzt weder eine Strafanzeige noch eine behördliche Bestätigung oder strafrechtliche Verurteilung voraus. Zivilgesellschaftliches Monitoring und strafrechtliche Bewertung verfolgen unterschiedliche Aufgaben.

Unsere Dokumentation unterscheidet drei grundlegende Dimensionen:

Vorfallsart – Was ist geschehen?

Die Vorfallsart beschreibt die konkrete Handlung, beispielsweise eine Bedrohung, Diskriminierung oder Sachbeschädigung.

Motiv – Gegen wen oder was richtet sich das Geschehen?

Die Motivkategorien beschreiben die menschenfeindliche Zielrichtung, die gruppenbezogene Abwertung oder den ideologischen Zusammenhang eines Vorfalls.

Kontext – Unter welchen Umständen geschah es?

Zusätzliche Merkmale kennzeichnen beispielsweise den Zusammenhang mit einer Veranstaltung, behördlichem Handeln oder dem Einsatz einer Waffe.

Das Kategoriensystem umfasst 20 Motivarten, 18 Vorfallsarten und ergänzende Kontextmerkmale. Mehrere Motive und Handlungsformen können innerhalb eines Ereignisses zusammenwirken. Ihre Zuordnung erfolgt auf Grundlage des konkreten Geschehens und seines Zusammenhangs.

Die vollständigen Kategorien und Definitionen sind in der öffentlichen Methodikfassung erläutert.

Die Erfahrungen betroffener Menschen sind eine eigenständige und ernst zu nehmende Erkenntnisquelle.

Unsere Dokumentation berücksichtigt Meldungen von Betroffenen und Zeug*innen, Informationen von Beratungs- und Fachstellen, eigene Beobachtungen und Recherchen sowie weitere nachvollziehbare Quellen.

Die fachliche Prüfung betrachtet die jeweilige Darstellung, den bekannten Tatsachenkern und den gesellschaftlichen Zusammenhang. Ungeklärte Einzelheiten werden kenntlich gemacht, ohne die gesamte Schilderung dadurch pauschal infrage zu stellen.

Unsere Statistik zählt eigenständige, fachlich bestätigte Ereignisse.

Mehrere Meldungen desselben Ereignisses führen nicht zu einer mehrfachen Zählung. Ein einzelner Vorfall kann zugleich mehrere Handlungen, Motive oder betroffene Menschen umfassen.

Die Anzahl dokumentierter Ereignisse ist deshalb von der Anzahl veröffentlichter Beiträge, eingegangener Meldungen und einzelner Kategorienzuordnungen zu unterscheiden.

Unsere Auswertungen machen dokumentierte Vorfälle, Erscheinungsformen und wiederkehrende Muster sichtbar.

Sie sind keine repräsentative Erhebung des gesamten menschenfeindlichen Geschehens in Bremen und Bremerhaven. Nicht gemeldete oder nicht bekannt gewordene Ereignisse bleiben außerhalb der dokumentierten Fallzahlen.

Auch die Ergebnisse unterschiedlicher Monitoringstellen, Beratungsangebote und Behörden sind nicht ohne Berücksichtigung ihrer jeweiligen Erfassungsgrundlagen unmittelbar vergleichbar.

Deshalb erläutern wir bei unseren Auswertungen die verwendeten Kategorien, Zählweisen, Zeiträume und Aussagegrenzen.

Die interne Dokumentation eines Vorfalls und seine öffentliche Darstellung sind getrennte Entscheidungen.

Wir berücksichtigen die Wünsche und Schutzinteressen betroffener Menschen sowie den Schutz vertraulicher Quellen. Personenbezogene Angaben, Zitate und Ortsinformationen werden nur in einem verantwortbaren Umfang veröffentlicht.

Nicht jeder fachlich dokumentierte Vorfall erscheint deshalb als öffentlicher Einzelbeitrag.

Die öffentliche Methodikfassung bildet die fachliche Grundlage für die Einordnung unserer dokumentierten Vorfälle und für die Auswertung im Lagebild 2025.

Das Lagebild zeigt, welche Ereignisse im Berichtsjahr dokumentiert wurden, welche menschenfeindlichen Zielrichtungen und Handlungsformen erkennbar sind und welche Grenzen bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen.

Lagebild 2025 – Öffentliche Fassung 2026

[Link folgt in Kürze]

Autor der öffentlichen Methodik: André M.
Herausgabe: Keine Randnotiz, in Trägerschaft der LidiceHaus gGmbH

Ausgabe: 2026

Die öffentliche Methodikfassung beruht auf dem internen Methodik- und Kategorienhandbuch von Keine Randnotiz. Maßgeblich ist die jeweils ausgewiesene Fassung der Veröffentlichung.

Für fachliche Rückfragen, Hinweise oder Korrekturen erreichen Sie uns unter info@keine-randnotiz.de.

Betroffene und Zeug*innen können Vorfälle über unser Meldeformular mitteilen. Eine eigene fachliche oder rechtliche Einordnung ist dafür nicht erforderlich.

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